Sie befinden sich in diesem Bereich der Seite:
Startseite
Wirtschaft · Produkte
Produkte und Umwelt
Product Carbon Footprint
Stand: 02.03.2012
Produktbezogene Klimaschutzstrategien: Product Carbon Footprint verstehen, anwenden und nutzen
Um ambitionierte Klimaziele zu erreichen bedarf es erheblicher Änderungen bei der Entwicklung von Produkten und beim Konsum. Um die Klimaauswirkungen von Produkten zu kennen, benötigen Unternehmen verlässliche Informationen zu den Treibhausgasemissionen, die mit ihren Produkten über den gesamten Lebenszyklus hinweg verbunden sind. Nur mit diesen Informationen lassen sich die Klimawirkungen der Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Produkten wirksam minimieren. Zudem wollen auch immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher über die Klimawirkungen von Produkten und Dienstleistungen informiert werden.
Der sogenannte Product Carbon Footprint (PCF) liefert derartige Informationen:
"Der Product Carbon Footprint bezeichnet die Menge der Treibhausgasemissionen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts in einer definierten Anwendung und bezogen auf eine definierte Nutzeinheit."
In den letzten Jahren wurden verschiedene Initiativen zur Ermittlung der CO2-Bilanz von Produkten ergriffen, um deren konkreten "CO2-Fußabdruck", den Product Carbon Footprint, abzubilden; leider mit z.T. ganz unterschiedlichen Berechnungsverfahren. Eine einheitliche und akzeptierte Methodik zur Ermittlung und Darstellung des Product Carbon Footprint gibt es bislang nicht. Ein international verbindlicher ISO-Standard (ISO 14067) zum Product Carbon Footprint und eine international harmonisierte Richtlinie mit dem Charakter eines Standards (Greenhouse Gas Product Protocol) sind derzeit in Arbeit, mit abschließenden Ergebnissen ist im Laufe des Jahres 2012 zu rechnen. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt haben das Öko-Institut Freiburg beauftragt, Vorschläge für eine belastbare Methodik zu entwickeln. Die Ergebnisse sind in dem Ende 2009 veröffentlichten
Memorandum zum Product Carbon Footprint festgehalten. Das Memorandum enthält Grundsätze, die bei der Erstellung von Klimabilanzen für Produkte und deren Kommunikation beachtet werden sollen. Sie haben Empfehlungscharakter und geben Anwendern die Sicherheit, eine akzeptierte Methodik gewählt zu haben. Das Memorandum wird darüber hinaus in die internationalen Prozesse zur Standardisierung des "Product Carbon Footprint" "Product Carbon Footprint" eingespeist.
Ein wichtiges Ergebnis ist, dass der Product Carbon Footprint für die Information von Herstellern ein hilfreiches Instrument ist, sich aber derzeit noch nicht für die Verbraucherkommunikation anbietet.
Auch sieht es das Bundesumweltministerium grundsätzlich als sinnvoll an, wenn bei der Analyse der Produktlebenswege alle relevanten Umweltaspekte von Produkten - wie z.B. der der Flächenverbrauch, Schadstoffgehalte und -emissionen - erfasst werden, sofern die Ergebnisse Verbrauchern gegenüber kommuniziert werden.
Für die Kommunikation wird daher die Nutzung des bewährten und bekannten
Umweltzeichens Blauer Engel empfohlen. Dort gibt es seit einiger Zeit einen neuen Bereich für besonders klimarelevante Produkte mit derzeit etwa 40 Produktgruppen. Bis Ende 2012 werden die 100 klimarelevantesten Produkte und Dienstleistungen einen Blauen Engel tragen können (Projekt "Top 100").
Auf der Grundlage des Memorandums haben das BMU gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und dem Bundesverband der Deutschen Industrie einen
Leitfaden herausgegeben, um Unternehmen, die den Product Carbon Footprint ihrer Produkte ermitteln und nutzen wollen, ein zuverlässiges Instrument an die Hand gegeben. Das praktische Vorgehen bei Analyse und Kommunikation des Product Carbon Footprint wird so erleichtert und verbessert.
Weitere Informationen:
zur Sprungnavigation

Gebärdensprache
Leichte Sprache

Druckversion


